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KI Governance: Regelwerke für Unternehmen im Überblick

KI Governance beschreibt alle Regeln, Rollen, Prozesse und Kontrollen, mit denen Unternehmen KI Systeme sicher, rechtskonform und wirtschaftlich einsetzen. Es geht also nicht nur um Technik, sondern um Verantwortlichkeit, Risiko, Datenschutz, Sicherheit und messbaren Nutzen.

Viele Unternehmen starten mit einem Pilot und merken erst später, dass „ein gutes Ergebnis“ im Test nicht automatisch bedeutet, dass der Betrieb stabil, sicher und auditierbar ist. Genau hier setzt KI Governance an.

Der Mehrwert ist sehr konkret: weniger Reibung in der Umsetzung, schnellere Entscheidungen in Projekten und weniger Überraschungen bei Datenschutz, Security oder späteren Audits.

KI Governance: Was sie ist und was sie nicht ist

KI Governance ist ein Managementsystem für KI, vergleichbar mit dem, was ISO Standards für Informationssicherheit oder Qualitätsmanagement leisten. Es definiert Leitplanken, ohne Innovation zu bremsen.

KI Governance ist nicht gleichbedeutend mit „wir schreiben eine Policy und fertig“. In der Praxis umfasst sie auch Prozesse für Beschaffung, Freigaben, Tests, Incident Handling, Änderungen und Training.

Wichtig ist die Abgrenzung: Data Governance regelt Daten. IT Governance regelt IT. KI Governance verbindet beides und ergänzt KI spezifische Themen wie Modellrisiken, Halluzinationen, Bias, Drift, Prompting, Output Kontrolle und menschliche Aufsicht.

Für Führungskräfte bedeutet das: KI Governance ist ein Steuerungsinstrument, das Risiken und Nutzen in ein gemeinsames, entscheidbares Format bringt.

Welche externen Regelwerke Unternehmen kennen sollten

Für Unternehmen in Österreich und der EU ist der EU AI Act der zentrale Referenzrahmen, weil er KI risikobasiert reguliert und je nach Einsatzbereich Pflichten auslöst. (EUR-Lex)

Zusätzlich bleibt die DSGVO relevant, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. In der Praxis ist KI Governance deshalb fast immer auch Datenschutz Governance, inklusive Rechtsgrundlage, Transparenz, Zweckbindung und Auftragsverarbeitung.

Für Orientierung jenseits reiner Rechtsvorgaben sind internationale Leitlinien hilfreich, etwa die OECD AI Principles, die auf vertrauenswürdige und menschenzentrierte KI zielen. (OECD)

Und weil KI immer auch IT und Security berührt, ist ein etabliertes Sicherheitsmanagement wie ISO/IEC 27001 ein wichtiger Baustein, selbst wenn Ihr KI Projekt klein startet. (ISO)

EU AI Act Pflichten in der Praxis einordnen

Der EU AI Act gilt nicht für alle KI Anwendungen gleich. Er unterscheidet unter anderem zwischen verbotenen Praktiken, Hochrisiko Systemen und transparenzpflichtigen Systemen, und er rollt Pflichten schrittweise aus. (EUR-Lex)

Für viele Unternehmen ist besonders relevant, dass der Act auch Anforderungen an „AI Literacy“ adressiert, also KI Kompetenz im Unternehmen. Das ist kein reines Trainingsprojekt, sondern Teil der Governance, weil Mitarbeitende wissen müssen, wie KI Ergebnisse zu interpretieren und zu prüfen sind. (Künstliche Intelligenz Gesetz EU)

Ebenfalls wichtig: Regeln für General Purpose AI Modelle gelten nach EU Vorgaben ab einem festen Datum, und die EU arbeitet mit Codes of Practice als Brücke bis Standards flächig greifen. (Digitale Strategie Europa)

Für Ihr KI Governance Setup heißt das: Sie brauchen ein System, das Use Cases risikobasiert klassifiziert, Pflichten daraus ableitet und diese Pflichten nachweisbar dokumentiert.

KI Governance: Regelwerke für Unternehmen im Überblick

KI Governance: ISO Standards als Managementsystem für KI

Wenn Sie KI Governance strukturiert aufbauen wollen, bieten ISO Standards ein sehr praktikables Fundament, weil sie als Managementsystem gedacht sind.

ISO/IEC 42001 ist ein Standard für ein Artificial Intelligence Management System und beschreibt Anforderungen, um KI systematisch zu etablieren, zu betreiben und kontinuierlich zu verbessern. (ISO)

ISO/IEC 38507 richtet sich explizit an Leitungsorgane und beschreibt Governance Implikationen beim Einsatz von KI in Organisationen. Das ist besonders wertvoll, weil es die Perspektive von Vorstand, Geschäftsführung und Aufsicht abholt. (ISO)

Für das KI Risikomanagement ist ISO/IEC 23894 relevant, weil es Guidance bietet, wie Organisationen KI spezifische Risiken steuern können. (ISO)

Diese Standards ersetzen keine Rechtsberatung, aber sie geben Ihnen ein robustes Gerüst, um KI Governance nicht ad hoc, sondern nachvollziehbar und auditfähig aufzubauen.

NIST AI RMF und OECD Prinzipien als Leitplanken

Neben ISO werden in vielen Organisationen Frameworks genutzt, um KI Governance „hands on“ umzusetzen.

Der NIST AI Risk Management Framework ist ein freiwilliger Rahmen, der Organisationen hilft, Risiken entlang des KI Lebenszyklus zu identifizieren, zu bewerten und zu reduzieren. (NIST)

Praktisch ist er, weil er nicht nur Technik betrachtet, sondern auch Governance, Messbarkeit und organisatorische Verantwortung. So entsteht ein gemeinsamer Referenzpunkt für IT, Compliance und Fachbereiche.

Die OECD AI Principles sind keine Checkliste, aber eine gute Leitlinie für Werte, Transparenz, Robustheit und Verantwortlichkeit. Sie helfen insbesondere, wenn Sie interne Prinzipien formulieren wollen, die unabhängig vom jeweiligen Tool Bestand haben. (OECD)

Ein bewährtes Vorgehen ist: OECD Prinzipien für „Wofür stehen wir“, NIST AI RMF für „Wie steuern wir Risiken“, ISO/IEC 42001 für „Wie verankern wir das als Managementsystem“.

KI Governance: Welche internen Richtlinien Unternehmen einführen sollten

KI Governance wird im Alltag erst wirksam, wenn sie in konkrete interne Regelwerke übersetzt ist. In der Praxis haben sich diese Bausteine bewährt.

Erstens eine KI Policy, die erlaubt und verbietet, zum Beispiel Umgang mit sensiblen Daten, Nutzung externer Tools, Freigabepflichten und Dokumentationsanforderungen.

Zweitens ein KI Use Case Intake Prozess, also ein standardisiertes Formular plus Entscheidungsgremium, das neue Use Cases bewertet: Nutzen, Daten, Risiko, betroffene Personengruppen, Sicherheitsbedarf.

Drittens ein Modell und Tool Register, also ein Inventar: welche Modelle, welche Anbieter, welche Trainingsdaten, welche Schnittstellen, welche Verantwortlichen, welche Versionen.

Viertens ein Testing und Evaluation Standard: definierte Qualitätsmetriken, Red Teaming für kritische Systeme, Akzeptanztests im Fachbereich, und ein Prozess für Grenzfälle.

Fünftens ein Human Oversight Konzept: wann muss ein Mensch prüfen, wie wird eskaliert, wie werden Fehlentscheidungen dokumentiert, und wie wird das Team geschult.

Sechstens ein Incident und Change Prozess: Was passiert bei Datenleck, falschem Output, Sicherheitsvorfall, Modell Drift oder Anbieteränderung.

Damit KI Governance nicht nur Papier ist, sollten diese Regelwerke in Tooling und Workflows sichtbar sein, zum Beispiel über Freigabeschritte im Ticket System oder Policies im Zugriffssystem.

Datenschutz und Rollen sauber verankern

Sobald KI personenbezogene Daten verarbeitet, ist Datenschutz Teil der KI Governance, nicht ein nachgelagerter Check. Deshalb sollten Datenschutzbeauftragte und Security früh eingebunden werden.

Hilfreich ist, interne Rollen klar zu definieren: Prozess Owner im Fachbereich, Product Owner für die KI Lösung, IT für Betrieb und Integration, Security für Schutzmaßnahmen, Datenschutz für Rechtsgrundlagen und Transparenz.

Auch externe Orientierung ist sinnvoll: Der Europäische Datenschutzausschuss veröffentlicht Dokumente zur Schnittstelle von KI Modellen und Datenschutz, die bei der Bewertung von Datenverarbeitung und Risiken helfen können. (EDPB)

In der Praxis ist ein häufiger Stolperstein die unklare Datenlinie: Welche Daten dürfen in ein externes Modell? Werden Daten gespeichert? Wer ist Auftragsverarbeiter? KI Governance muss diese Fragen verbindlich beantworten.

KI Governance: Security und Cyber Resilience mitdenken

KI Lösungen sind Software Systeme. Damit gelten klassische Security Anforderungen weiterhin, plus KI spezifische Risiken wie Prompt Injection, Datenabfluss über Outputs oder Manipulation von Eingabedaten.

Ein etabliertes ISMS nach ISO/IEC 27001 hilft, diese Themen strukturiert zu behandeln, weil es Risiko, Kontrollen und kontinuierliche Verbesserung in Prozesse gießt. (ISO)

Auf EU Ebene liefert ENISA regelmäßig Lagebilder und Empfehlungen zur Cybersecurity in der Union, die auch für KI Projekte relevant sind, weil KI zunehmend kritische Geschäftsprozesse unterstützt. (ENISA)

Für KI Governance bedeutet das: Security Anforderungen gehören in die Architekturentscheidung, in die Anbieterbewertung und in das Betriebsmodell, nicht nur in die Abnahme.

Branchenregelwerke und Aufsicht nicht übersehen

Je nach Branche greifen zusätzliche Anforderungen. Versicherungen zum Beispiel unterliegen neben horizontaler Regulierung auch sektorspezifischen Regeln, und Aufsichtsbehörden geben ergänzende Erwartungen an Governance und Risikomanagement heraus. (Eiopa)

Solche Dokumente sind in KI Governance hilfreich, weil sie konkretisieren, welche Kontrollen Aufsichten erwarten, etwa bei Modellvalidierung, Governance Strukturen oder Nachvollziehbarkeit.

Auch wenn Sie nicht reguliert sind, lohnt sich der Blick: Branchenleitlinien zeigen oft, welche Mindeststandards „state of practice“ werden.

KI Governance: Ein pragmatischer Fahrplan in 5 Schritten

KI Governance muss nicht mit einem Großprojekt starten. Ein pragmatischer Aufbau gelingt häufig in fünf Schritten.

Schritt eins: Scope definieren. Welche KI Kategorien nutzen Sie, generative KI, klassische ML Modelle, oder beides?

Schritt zwei: Rollen und Gremien festlegen. Wer entscheidet Use Cases, wer verantwortet Betrieb, wer prüft Risiken?

Schritt drei: Kernregelwerke erstellen. KI Policy, Use Case Intake, Tool Register, Testing Standard, Incident Prozess.

Schritt vier: Pilotieren und lernen. Starten Sie mit zwei bis drei Use Cases, messen Sie Qualität und Aufwand, und verbessern Sie die Regelwerke iterativ.

Schritt fünf: Skalieren. Erst wenn Standards greifen, lohnt es sich, breiter auszurollen, weil dann jeder neue Use Case weniger Reibung erzeugt.

Ein gutes Signal für funktionierende KI Governance ist, dass neue Projekte schneller starten, aber gleichzeitig besser dokumentiert sind.

KI Governance für Unternehmen

KI Governance: Häufige Fragen aus Unternehmen

Was ist KI Governance in einem Satz?

KI Governance ist das System aus Regeln, Rollen und Kontrollen, das sicherstellt, dass KI im Unternehmen verantwortungsvoll, rechtskonform und wirtschaftlich eingesetzt wird.

Welche Regelwerke sind für KI Governance am wichtigsten?

Für viele EU Unternehmen sind EU AI Act und DSGVO die wichtigsten rechtlichen Bezugspunkte. Als Managementsystem sind ISO/IEC 42001 und als Governance Leitfaden ISO/IEC 38507 sehr hilfreich. Für Risikosteuerung sind NIST AI RMF und ISO/IEC 23894 gute Bausteine. (EUR-Lex)

Was bedeutet AI Literacy im Kontext von KI Governance?

AI Literacy beschreibt KI Kompetenz im Unternehmen, damit Mitarbeitende KI Ergebnisse korrekt einordnen, prüfen und verantwortungsvoll nutzen können. Der EU AI Act adressiert dieses Thema explizit, wodurch Schulung und Richtlinien Teil der Governance werden. (Künstliche Intelligenz Gesetz EU)

Muss jedes Unternehmen ISO/IEC 42001 einführen?

Nicht zwingend. ISO/IEC 42001 ist besonders sinnvoll, wenn Sie KI breit einsetzen, auditfähig sein müssen oder Governance in ein formales Managementsystem überführen wollen. Viele Unternehmen starten pragmatisch mit internen Policies und orientieren sich später an ISO/IEC 42001. (ISO)

Wie verhindere ich, dass KI Governance Innovation ausbremst?

Indem Sie risikobasiert steuern: leichte Prozesse für Low Risk Use Cases, strengere Kontrollen für High Risk. So bleibt der Einstieg schnell, ohne Governance zu vernachlässigen.

KI Governance: Ihr nächster Schritt in der Praxis

KI Governance ist dann gut, wenn sie Entscheidungen erleichtert: Was darf getestet werden, was braucht Freigabe, welche Daten sind erlaubt, und wie messen wir Erfolg und Risiko?

Wenn Sie jetzt starten möchten, nehmen Sie einen konkreten Use Case, definieren Sie Daten und KPIs, und bauen Sie darum Ihre ersten Governance Bausteine. So entsteht KI Governance entlang realer Arbeit, nicht als Theorieprojekt.

Die KI Company unterstützt Unternehmen dabei, KI Governance pragmatisch aufzusetzen und gleichzeitig Use Cases so zu gestalten, dass sie produktiv und verantwortbar betrieben werden können.

Welche KI Anwendung verursacht bei Ihnen aktuell die meisten Fragen zu Verantwortung, Daten oder Risiko? Das ist meist der beste Startpunkt.

Bild des Autors des Artikels
Artikel erstellt von:
Lorenzo Chiappani
February 20, 2026
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